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ein fremder..

ich weiß nicht wer es ist, der mir schreibt, dass meine zeilen fernweh wecken..und er mir dafür dankt.
hatte fast vergessen, dass es das schreiben noch gibt. irgendwie dreht sich die welt grad zu schnell, so schnell, dass ich es abendlich nicht einmal schaffe zum stift zu greifen und dem tagebuch ein paar zeilen zu schenken.
jetzt sitze ich in den grau-kalten räumen inmitten des ddr-seminargebäudes. neben mir hacken andere studenten auf die tastaturen ein, ich bau mir einen mikrokosmos auf und lass es laufen.
gestern kam der schlag auf den hinterkopf...und heute die frage "was mache ich eigentlich hier?". ich war bei freunden und eine reportage über den nordwesten kandadas flimmerte über den bildschirm...der yukon, dawson city, endlose weiten und schnee. es ist nicht der schnee nachdem ich mich sehne, nicht nur. aber ich hab´s gesehen, hab mich gesehen. will nicht hier, benebelt von all den dingen, die tagtäglich auf mich einprasseln begraben und dadurch fahl werden. wo gehöre ich hin? RAUS! raus in die natur und rein ins einfache leben. die nacht war sonderbar, ich war ganz aufgewühlt und unausgeglichen. heut geht es mir schon besser. ich geh nicht durch die strassen, schau in viele der strengen gesichter, sondern behalt die freude auf später ganz tief in mir drin...und mach mir langsam einen plan...
...
ganz abgesehen von diesen wirren, geht es mir recht gut. ich hab ein wunderbares seminar mit lauter aussiedlern gehabt, durfte in verwetterte, alte, russische gesichter schauen und die seele neu entdecken. doch nicht nur das - ganz allgemein das alter. oh mann, wie witzig diese alten leute waren! mit wieviel selbstironie sie teilweise ans und durch´s leben gehen... mir hat´s das herz zerrissen, als wir uns verabschiedeten.
...
irgendwie is grad gut. ich kuck mir jetzt bisschen die welt an, nur im kopf..
und kuck wo´s dann hingeht...

das leben ist eine farbpallettenklarinette...

siehst du die musik?
8.12.06 13:26


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leben und tod

ich komme grad von freunden. alle sind gespannt, wann sie das gemeinsame kind gebährt. ringsherum sind so viele schwanger, soviel leben kehrt ein.
und soviel aus.
vor wochen ist ein mädel aus meinem heimatdorf gestorben. es brannte ein haus in der stadt, hier beinahe zweihundert kilometer entfernt. und sie sprang aus dem vierten stock, aus angst. immer wieder durchhämmert mich die frage - was muss geschehen bis man sich entscheidet lieber in den tod zu springen als zu kämpfen.
und gestern die nachricht, dass sich ein ehemaliger arbeitskollege vor einen zug geschmissen hat. einer, von dem man immer glaubte, dass er das leben liebe.
..
es ist nichts so, dass mich tiefe trauer durchspült. ich ertappe mich nur grade immer mal wieder in momenten der melancholie. dabei waren die letzten wochen wirklich schön, frei und leicht.
aber es ist ja november und da ist das wahrscheinlich normal und menschlich.

in diesem sinne zieh ich jetzt in die federn.
14.11.06 00:15


jedem anfang

wohnt ein zauber inne.

ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, noch wo das ende liegt. auch ist es jetzt so, dass ich nicht mehr (primär) für die welt da draußen schreibe, eigentlich ist es nur für mich, oder irgendwann für meine tochter, die diese zeilen eines tages bekommen wird in der hoffnung, dass sie ihre mutter als menschen sieht und ihr auch so begegnet.

apropos begegnungen. komisch, dass es wirklich momente gibt, die trübe sind, irgendwie grau und bitter und plötzlich menschen vor einem stehen, die soviel freude schenken, nur durch ihr pures sein..dass alles verfliegt und der tag sich danach dreht.
so war das heut. und jetzt sitze ich, erfüllt von frieden und einem berg freude über soviel leben, auf dem fußboden und lausche meiner derzeitigen lieblingsmusi. zwar durchzieht müdigkeit die schweren glieder, aber wenn die tasse tee neben mir gefüllt werden muss, erheb ich mich und tanz in die küche..pfeifend und lächelnd.

es ist ne menge passiert. kaum zu glauben, dass ich schon wieder zwei monate in deutschland bin. unfassbar, was in dieser zeit im ausland passiert, tagtäglich das seelenleben auf die probe gestellt wird und einen das tiefste innere anstupst, ansichten, vorurteile, festgeglaubte prinzipien beginnen schwach zu werden, vielleicht zu brechen und der weg zu sich selbst beginnt.

im hintergrund dieser pc-kiste seh ich ein wunderschönes bild mit meiner noch wunderschöneren freundin kristyna aus tschechien. sie war da. tatsächlich... und wie das war. hmm..
freunde kommen und gehen, das ist sehr schmerzhaft, aber eine lektion, die das leben schreibt. unfassbar sind die freundschaften, wo innerhalb von den ersten minuten alles klar ist. der freunde?-blick und das kleine, kaum hörbare aufatmen in der mimik des fragenden, wenn der freunde!-blick des anderen kommt.
so war das mit kristyna.

mir brennen die augen. ich hör schon auf. könnte glaube noch ewig, merke, wie es mir fehlt..das inmichreinhorchen und vielleicht auch nur mir ganz allein erzähln.

das wochenende ist die wg leer. ich musst heut plötzlich so sehr grinsen, als die erste schneeflocke auf meiner vom radfahren warmen wange schmolz..
der winter zieht also ein. habe die heizsaison heut eröffnet. wahrscheinlich beweg ich mich die tage nur ganz dick eingemummelt durch die bude. aber ich bin frei und freu mich drauf. auch, auf die wieder bald vollständige wg, denn die ist gerade das wunderbarste in meinem leben.

jetzt aber.

couldn´t say a thing.. singt er grad.

t.
2.11.06 22:59


gerade ist die islamkonferenz in berlin am laufen. wie empfinden wir deutschen den islam, die muslime im allgemeinen und in dtl im speziellen? fragen wie diese werden dort auf den tisch gepackt. ich bin mehr als gespannt auf die gegebenen antworten.
von mir kann ich nur sagen, dass auch ich, aufgewachsen in einer "interkulturellen familie" durch die mediale wirkung nach den anschlägen von new york sicher unterbewusst eine gewisse skepsis gegenüber dem orient und seiner religion entwickellt hatte. leider. aber uns wurde nur ein bild aufgepresst, von sachlicher aufklärung kann keine rede sein, auch, und das sollte auch gesagt werden, es vereinzelt versucht wurde. doch die masse der "anderen", heißt negativ besetzen nachrichten doch massiv in eine richtung ging und die war angst. aus dem anderes-sein, der fremde zu dieser kultur, dem gesamten kulturellen raum, seinen sitten, bräuchen, traditionen, entstanden, entwickelt und beeinflusst durch diese..
ich kann nur sagen, dass ich den islam in tadschikistan als wunderbar empfunden habe. weder habe ich alkohol "vernommen"..heisst, mir sind nie alkoholisierte menschen aufgefallen. dass die frauen lange kleider trugen, empfand ich als positiv, da dadurch "der offenkundige sexuelle konkurenzkampf" irgendwie von der strasse verschwand und man sich (also ich mich) dadurch nicht ständig mit fragen konfrontiert fühlte wie "passe ich in das gesellschaftliche "idealbild"" oder ganz plakativ "scheisse, kann ich versuchen so selbstbewusst wie möglich zu sein, ich bin einfach mal zu fett für diese welt".
und von der gastfreundschaft könnte ich romane erzählen. ohne einen hauch von zweifel wurden wir aufgrund einer autopanne mitten in der nacht aufgenommen, eingeladen, es wurde drei uhr morgens für uns WARM GEKOCHT, die familie hat sich zu uns gesetzt, wir bekamen frisch gebackenes brot, eine suppe und tee, ein bett und am morgen frische pelmeni (kleine teigtaschen). ein anderes mal winkte uns eine tochter zu sich, es kamen ihre schwestern und eine viertel stunde später knieten wir auf einer decke, vor uns lagen die gezupften brotteile, frischer kefir, süßer tee und eine überinteressierte tadschikische familie fragte uns aus..
ich sage nur - ohne selbst einen blick in diese welt zu werfen, wird es nicht möglich sein, ein differenziertes bild zu entwickeln. ich sage nicht, dass ich den islam kenne oder behaupte, dass er durchweg positiv ist..von der sehr häufigen verletzung der menschenrechte möchte ich nicht ablenken. aber den islam grundsätzlich als eine "schlechte religion" zu betiteln - dagegen spreche ich mich deutlich aus.

in diesem sinne. auf ein friedliches zusammenleben und der toleranz zum anders sein. so lange die mitmenschen weder physisch noch psychisch eingeschränkt oder gar verletzt werden, darf (für mich) ein jeder tun und lassen was er will.

gute nacht!
27.9.06 01:11


ich war lang nich so glücklich

uff, habe mich grade noch ins Trockene flüchten können. Jetzt trommeln der Regen und Hagel an das kleine, hölzerne Fenster über mir. Es ist kalt im Erzgebirge, eigentlich alles andere als gemütlich, aber mir geht es verdammt gut. Ich bin angekommen, geniesse jeden Morgen eine saubere Dusche, warm und mummelig, liebe den Kaffee auf Knopfdruck und die Wärme unseres kleinen Häusls im Walde.
Dann schnapp ich mir die Hunde und laufe los. Noch sind die Wiesen grün, doch der Herbst zieht ein und der leichte gelb-braune Schimmer ist mittlerweile schon zu sehen. Die Vogelbeeren sind in diesem Jahr so viel, dass viele der Bäume unter der Last "leiden". Es wird wieder ein straffer Winter werden, so sagen es die Alten im Dorf.
In den Wäldern sind kaum Leute unterwegs, der Boden ist oft schlammig, insgesamt ist es einfach irgendwie immer und überall nur nass. Doch wir geniessen das, die Hunde und ich. Sie stürmen über Stock und Stein und ich lass alles ziehn, die Gedanken und die Seele. Jede Nacht tauch ich ein, in eine farbenfrohe Welt Zentralasiens, die Träume tragen mich über bunte Märkte und die wundervolle Bergwelt. Ich brauche die Zeit jetzt hier für mich. Am Tag hilft mir die frische, klare Luft durchzuatmen und alles setzen zu lassen.
..
Die EU hatte mir vor paar Tagen doch noch eine Zusage plus sehr netter Mail geschickt, was mich fast nochmal dazu bewegte wieder gen Osten zu gehen. Doch hier zu sein, "normal" zu sein, ist gerade so entspannend und irgendwie auch nötig, dass ich absagte.
Jetzt bin ich froh darüber. Und wie immer hat im Leben alles seinen Sinn. Schon jetzt merke ich, wieviel mir diese Monate gegeben haben. Ich bin bei mir, so nah, wie schon Jahre nicht mehr.

T.
30.8.06 14:21


home

home, sweet home. frage mich, ob der punkt nach dem satz dahin gehört oder ob es ein fragezeichen sein sollte. glaube schon, jetzt gerade, wohl noch ein bisschen. ich freu mich auf den moment, wenn sich der punkt nach punkt anfühlt und ich da bin.
meine füße stehen auf deutschem boden, noch dazu im erzkonservativen bayern..der besuch der flughafentoilette heute morgen war wohl mein hygienischen highlight der letzten monate, doch als ich vorhin einfach nur milch und kleinkram für ein provisorisches frühstück aus dem supermarkt holen sollte, überkam mich die mir schon bekannte "epilepsie" (ist immer so, wenn ich aus einem komplett anderen land komme). reizüberflutet stand ich da, absolut überfordert.
komisch.
...
grad hab ich mit mama telefoniert, auf russisch. darauf freu ich mich, auf "unsere kleine (russische) welt". auch ein paar leipziger stimmen durft ich schon hören und das war einfach nur schön. jetzt schnapp ich mir die hunde und geh in den wald. durchatmen, in mich reinhören und vielleicht kommt ja schonwas raus, dass ich euch später irgendwann wissen lassen kann.
..
bis dann.
24.8.06 13:32


tiblissi

es geht mir gut.

morgen wieder in dtl, freue mich auf die stunden der ruhe, in denen ich euch erzaehlen kann..

von den wunderbaren georgiern, den fast mystischen momenten auf dem gipfel des kasbeks, dem rauschen des schwarzen meers und den seelenwellen, die immer wieder ueber mich kommen.

schoen, bald bei euch zu sein.

was bleibt, ist die liebe.

t.
23.8.06 12:24


schnelle news

tadschikistan bewegt, beruerht, verwundert und schmerzt. ein land, das bisher total vergessen wurde, sicher nicht nur in mir. waren gut zwei wochen in den bergen, haben tolle gipfel gemacht. bisschen bergsteigerei (ganz knapp unter 5000m) ueber gletscher, schnee und eis. dann etwas "ruhiger", alpine felskletterei...wunderschoen.
jetzt tingeln anja und ich durch die landen, nur noch wenige tage. wir waren bei der welthungerhilfe und haben uns projekte angeschaut. es geht uns gut, die leute sind sehr offen, hilfsbereit und freundlich. in wenigen tagen seh ich meine familie...ich freue mich riesig.
der abschied aus almaty war nun doch um einiges schmerzhafter als erwartet. schon tage vor dem abflug flossen regelmaessig traenen die wangen herunter. die busfahrt zum flieger hab ich als total verschwommen in erinnerung. als aggey ging, tats nur noch weh...die entscheidung heimzukommen hat mich viel kraft gekostet, doch jetzt weiss ich, dass es das einzig richtige ist. ich habe so viel gesehen und erlebt in den letzten viereinhalb monaten. die fuenfe werden durch den georgientrip voll..
ich werd anders heimkommen. was genau anders sein wird, kann ich euch noch nicht sagen. ich hab "die welt" gesehen, elend und hilflosigkeit in dunklen kinderaugen, ein strahlen darin, wenn ich nur mit ihnen sprach, gab ich ein bonbon war alles uebel fuer ein kurzes vergessen.
wir leben im luxus da drueben..theoretisch ist das vielleicht uns allen klar, es zu fuehlen ist ein guter schlag auf den hinterkopf, diesen luxus nicht nur wahrzunehmen, sondern sich dessen bewusst zu sein. moralaposteln will ich nicht, werd ich nicht. ich sprech nur von mir.
habe im mai meine letzte warme, saubere dusche gehabt...das letzte mal waesche aus der waschmaschine im maerz zu hause...ich freu mich drauf, wenn es wieder so ist.
und was ich jetzt schon weiss...

wenn ich mal mamas auto haben kann, musi hoere und gen dd oder le tucker, dann platz ich vor vorfreude.

glaub nicht, das sobald wieder zeilen von mir kommen.

ich denk an euch und dank euch, jedem der irgendwann mal irgendwie dabei war. ihr habt mir viel mut gemacht.

seelenkuesse,

tascha.
5.8.06 16:31


die letzten tage

waren mit die schoensten in meinem bisherigen (berg)leben. viel werde ich nicht schreiben koennen, zuviel sind die eindruecke, die eh nicht in worte zu fassen sind. ich bastel lieber wieder an einem photoalbum und lass euch mitschauen. in sechs tagen haben wir nur vier menschen getroffen und alle jeweils nur passiert..es war verregnet, truebe, stuermisch, so sonnig, dass ich eine hautkruste im nacken habe, wunderbar lustig und still draussen rum und auch in mir drin.
unglaubliche bergwelt, ruhe, natur und immer wieder der spiegel zur seele. von leichter melancholie bis zum platzen gluecklichsein war alles dabei.
jetzt bin ich zu haus, wasche waesche, wie immer stundenlang per hand..und pflege den gebeutelten koerper. :-)

denke an euch,

in liebe.
12.7.06 09:53


sonntagnachmittag

das leben ist schön und je einfacher es ist, umso näher sind wir dran.
donnerstag abend gab´s bier, mit eva, wir waren weg. der abend ist gar nicht zu beschreiben, so viele "agressionen" wirbeln durch meinen bauch. das bier war schön und mit eva auch. haben uns mal in ne kneipe gesetzt und dort gegessen, danach in ne bar, wo "man eben mal so hingeht". waren recht früh da und ergatterten einen platz auf einem kleinen "plateau" im hinteren teil des raumes, aber alles bestens im blick. alles bedeutete die bühne mit den beiden wirklich sehr guten live-bands und den eingangsbereich mit sagen wir mal fünf größeren stehtischen. da saßen erst zwei mittelalterliche frauen dran, eng betucht, aber das ist ja normal hier und später wurden´s immer mehr. frauen in allen formen und farben. zart und schön, jung und verbraucht, alt und verbraucht, nee alt und schön war nich, dick und dünn..wasserstoffblond und wä und wirkich toll gedresst, diese "faszinierende euroasiatische mischung"..
verwunderung machte sich breit, warum die sich alle auf so "engem raum" tummelten, bis uns nach reichlicher beobachtung die fetten, ausländischen säcke auffielen. tschuldigung..ich verwende absichtlich nicht das wort männer, weil die sind definitiv keine. sie schlängeln sie, die hände die wohligen körper streifend, durch die östrogene menge und lassen sich anbiedern. willkommen im puff. dann erkannt ich leute, die ich schon auf botschaftsveranstaltungen oder pressekonferenzen gesehen hab und mir wurd schlecht. eine bildschöne junge zog tatsächlich dann mit einem zigarrerauchenden in dunkelblauem polo, goldkettchen und glatze ab..verfluchte welt.
ich werd erwachsen leute. ob das gut ist, weiss ich nur noch nicht so recht. abgestumpft sein, ist das gut? nein, sag ich. aber is nicht mehr so anstrengend. faul also. hmm?!
ich wees nich.
freitag haben wir fussi gekuckt und mist dacht ich - DAS spiel in dtl war das ganz sicher der kracher. evi und ich haben ja schon händchenhaltend da gesessen..was muss denn dann bei euch losgewesen sein?! irgendwie ist´s schon schade, das nich mit zu erleben.
samstag war erst grüner markt - ach ist das herrlich. von draussen ist´s ne grosse halle mit wellblechdach. von der welt da drin, hat man draußen keine spur. nähert man sich still dem gewusel erahnt man nur andächtig, was einen erwartet..erst, wenn die füße die treppe nach unten erreichen, kann man erste blicke erhaschen..obst und gemüsestände, klein und groß, frauen in bunten kleidern, ihre miniwagen davor. einmal nach rechts abgebogen und dann laange gradeaus riecht es schon stark nach fleisch. schafe und ziegen hängen hautabgezogen an fleischerhaken, ihre köpfe thronen auf den verkaufstischchen..
und ist der abstecher nach links geschafft, erreicht man bald meine lieblingsabteilung .. die trockenobst und nussstände. ihr könnt euch nich vorstellen, wie lecker rosinen hier sind. die gibt´s schwarz und blau und sogar hell, ansonsten aprikosen, bananen, mohn, cashews, erd- und wallnüsse!
samstag nachmittag saßen wir wieder in einem der überfüllten sammelbusse gen see. schon an der haltestellt hat´s angefangen zu regnen und oben sah´s echt trübe aus. naja, dachten wir zwei mädels uns..haben ja ein gutes zelt und wenn´s regnet, sind dort wenigstens keine leute. der plan ging auf, von der bushaltestelle hat uns sogar noch jmd ein ganzes stück mitgenommen und wir sind dann nur noch zwei stunden gelaufen. oben war die absolute ruhe und eine herrliche nachregenstimmung..es gab auberginen,möhren,tomaten,zwiebelund knobi-reisbrei und langes weibergelaber unter wieder einsetzendem regentrommel.
ich geniess das draußensein so sehr. heut morgen auch nur regen, regen, regen..so verballerten wir die zeit bis fast drei. runterwärts nahm uns auch irgendwann jmd mit und weil ich irgendwie grad nich "heeme" will, sitz ich eben hier.
unsere tolle bergwoche steht noch in den sternen. aggey ist ne trine. wenn er nich kann, find ich schon jemanden, mit dem wenigsten irgendwas noch geht..ich will hier nochmal hoch und raus, die birne durchblasen lassen. hab genug von dem ständigen hin und her in mir drin. ma kieken.
so. dit war´s auch schon.
gruss und kuss wo auch immer ihr seid.

die olle kasperin.
2.7.06 14:50


47 Grad

Als ich heut Morgen das Haus verlassen hab, wehte eine herrlich kühle Brise durch die Straßen. Ich kramte meinen Pullover aus meiner grünen Umhängetasche und lies mich vom Wind zur Arbeit fegen. Mittags hatte ich einen Termin, da musste ich wieder raus. Von Pullover war keine Spur, unmöglich. Nur nach einem sehnte ich mich nach zehn Minuten draußen - einem See. Wusstet ihr, dass Kasachstan das Land ist, welches am weitesten von einem Ozean entfernt ist? Weiß nicht, ob es auch für Meere gilt..und das ist wirklich sonderbar. Weil es sich oft so anfühlt, als streift eine Meeresbrise die Stadt. Als ich wieder zum Büro lief, kam ich an einem überdimensionalen Thermometer vorbei..47 Grad, klar, in der Sonne, aber da (zer)lief ich ja auch grade...

Es ist Mittwoch. Ich habe Kopfschmerzen und bin unendlich müde, aber mir geht es irgendwie gut. Das Büro ist leer, die Zeitung steht soweit und ich geniesse die Ruhe. Am dunkelnden Himmel ziehen schwarze Wolken heran..lang werd ich hier nicht mehr sitzen. Gestern hat meine liebe Freundin Anja zu später Stunde angerufen, das war schön und tat gut. Viel weiter bin ich zwar"mit meinem Problem" noch nicht. Werde aber den Rat meines weisen, alten Herr annehmen, alles soweit planen, dass ein wiederherkommen problemlos möglich ist und letztlich alles im August in Georgien entscheiden...die Auseinandersetzungen mit einigen von Euch sind sehr hilfreich, letztlich merke ich aber auch, dass ich das jetzt einfach noch nicht entscheiden kann.

Heut kam ganz viel Post reingeflattert..Fotos, Briefe und eine Kassette. Ich platz gleich vor Vorfreude auf die Stunde vorm Schlafengehen, die allein EUCHundMIR gehört.. :-)

so, ich schlender dann mal los...

achja..ES GIBT WIEDER BILDERCHEN ZU GUCKEN! ...

osobenno bolschoego privjeta na kommanda prijuta!!!
28.6.06 17:09


monday morning lalalala

hey meine lieben!
ich bin wieder da und hatte ein wirklich wunderbares wochende! nachdem wir einen horror-botschafts-tag am freitag überstanden haben, ging´s samstag morgen per überfüllten, muffigen, aber lustigen sammelbus (die haben sich alle soo gefreut uns zu sehen!) in die berge. also nur ein stück und dann gute 15km in einer bullenhitze zum großen almatiner see. herrlich! auf dem weg dorthin haben wir (ben und ich, aggey konnte nicht) zwei junge amis getroffen, die hier ein volo machen. das war nett. oben am see wurde gemeinsam gecampt, abends saßen wir am lagerfeuer und es gab kaffee mit rum! :-) nach dreimonatiger alkoholabszinenz war das ne wahre pracht!
naja und weil die olle heinrichen ja im gebirge aufgewachsen ist, musste sie natürlich baden gehen. folgerichtig wurde die unterwäsche am feuer getrocknet, doch nicht nur das..sie wurde verbrannt. und weil die olle heinrichen ne verpeilerqueen schlechthin ist, hat sie statt 2x2 unterwäsche, drei bras und 1 (mittlerweile verbrannte) unnerhus` mit. das musste ja bestraft werden.
sonntag morgen klingelte der wecker kurz vor sechs. die sonne tauchte die bergrücken grade in ein warmes licht, als ich den kopf aus dem zelt streckte. vor mir der türkise bergsee, links und rechts grün bewaldete berge, ein rauschender fluss und etwas im hintergrund die weißen giganten. herrlich. ich kroch raus, holte wasser und kochte kaffee. bisschen später saßen ben und ich auf der isomatte und schauten zufrieden in diese herrliche gebirgslandschaft. unsere amerikanischen freunde brauchten ne weile und so wurde leider nicht, wie geplant, um sieben gestartet, sondern erst kurz vor achte. wieder knapp 1500m hoch..uff.
aber schööön. nach gut 1000m kamen wir in dichten nebel. einer der amis fühlte sich auch nicht so und kehrte um. (alles kein problem, ist einfach wanderei..). auch ben fühlte sich nicht so, wollte aber, wie ich auch, weiter. james war noch nie wirklich unterwegs und keuchte ganz schön, zeigte sich aber durchaus motiviert den gipfel zu stürmen. so trotteten wir weiter und ich fühlte mich schon sonderbar gut, weil ich die "truppe führte". so ging es noch über einen kleinen sattel und grade als die schöne kraxelei losging...krrrrr...ein riss. und was für einer. meine schon millionenmal geflickte hose gab nach! da stand ich nur, unnerhus im feuer und hus kapputt. ben, der gute, schaute mich an wie ein vater seine kleine, tollpatschige tochter und sagte "dreh dich um, ich näh das!". da stand ich nun, auf fast 3500m, beschähmt und laut lachend zugleich und ließ mir mein hosenhinterteil nähen. ;-)
...
der nebel zog auf und eine halbe stunde später saßen wir über den wolken auf dem gipfel. wunderbar! die fotos sind prima, werde sie bald schicken!
..
jetzt geht´s wieder an die arbeit. meine letzte woche steht an und wisst ihr was?
..
ich denk ich komm heim. klar ist die sprache eigentlich das hauptkriterium weshalb ich hier bin. aber fakt ist, ich "strahl" nicht und vier-hübel-tour als "wieder-da-seins"-einstieg klingt einfach zu gut.
ist das aufgeben und schwach?

heut red ich mit papa und anja, schlaf nochmal ne weile drüber, aber dann muss es entschieden werden. der gedanke wieder bei euch zu sein, lässt mein herz klopfen, vielleicht ist das ein zeichen..

küsse. mir geht es gut, macht euch wirklich keine sorgen. aber warum ein praktikum bei der eu machen, wenn es einfach nur "schick" klingt. am ende schreibe ich täglich die news und einmal wöchentlich den newsletter...super klingt das nicht. nur die interantionale zusammensetzung des teams scheint toll, aber dresscode auf arbeit ist doof und ach menno. was soll ich denn nur machen?????????

zu hülf!
26.6.06 08:05


ben hab ich auf der strasse gefunden

ich humpelte grade nach hause, vom cafe delia, was zu einem der "in-cafés" in almaty gehört. hatte mich da mit einem menschen von der europäischen kommission getroffen, wegen eventuellem praktikum. mal schauen...
wie auch immer. jedenfalls waren (nein, sie SIND) meine füße total "verblast" von den schicken schuhen (ich bin einfach nicht dafür gemacht - ja mama, auch für dich dieser hinweis!!!;-))
als ich so zur viel zu weit weg gelegenen bushaltestelle schlenderte, lag dort ein riesen rucksack auf dem boden und ein ganz kleiner mann mit braunen dreads , in einem knallroten shirt mit gelben stern auf der brust versuchte verzweifelt zu telefonieren. ein traveller! jippie! ich fragte ihn, ob er hilfe bräuche. dankbar lächelten mir zwei große grüne augen entgegen. jetzt wohnt er mit bei uns. heut haben wir einen "horror-organisations-tag" hinter uns. er will mit der bahn nach moskau, braucht dafür aber visa (und tatsächlich ist es so, dass die botschaft einfach schließt, wenn das "time-out" ran ist und die drauf pfeifen, dass wir zwei stunden in der sonne gesessen haben und warten...) naja und bahntickets gibt´s erst ab nächster woche donnerstag..montag also nochmal botschaft. ich ja auch..tadschikistanvisa läuft jetzt.
wie auch immer. das gestern war echt schön. haben bei bier (für die jungs) und tee für mich bis zwei oder so in der küche gesessen und geschwatzt. ist ein feiner kerl.
ich bin mir immernoch nicht im klaren darüber was ich will. das hier sein ist okay, aber mehr eben auch nicht. mir geht es gut, mehr aber auch nicht. ich lerne ein bisschen russisch, aber der unterricht bringt weniger als das familienleben. die berge sind toll und "halten" mich. ansonsten nicht viel. vielleicht komme ich wirklich früher heim. was meint ihr? ganz ehrlich. und ich will keine "ich vermiss dich und würd mich freuen, wenn du wieder da bist" mails. eine klare diskussion darüber wär schön. ich mein, wenn das praktikum bei der eu klappen würde, wär schon toll..aber dort schreib ich eben auch nur einen täglichen newsletter und einen abschließenden monatsbericht. klar sieht ein praktikum bei der eu verdammt gut aus im lebenslauf..aber ich bin dagegen dinge zu tun, die gut im lebenslauf aussehen und das herz nich so richtig bei der sache ist..
hmm.
help!

fühlt euch gedrückt!

iche.
23.6.06 14:14


Mittwochabend

Langsam rollte die Hitze des Tages davon. In ihrer erdrückenden Schwere hat sie uns heute wirklich zu schaffen gemacht. Im Schatten zeigte das Thermometer gute 40 Grad, ging man kurz aus dem Haus war es fast so als pralle man gegen eine Wand. Unschön.
...
Wot, was gibt´s zu sagen? Ich komme sprachlich voran und das ist wunderbar. Von Kommunikation kann noch keine Rede sein, aber ich kann so halbwegs sagen, was ich will und nicht nur gut und schlecht, ja und nein. Gestern hieß das Projekt „Visum Tadschikistan“.. tolle Sache. Wenn ich 200 Dollar auf den Tisch packe, bekomm ich das Visum ohne Einladung (so, wie meine Freunde in Deutschland innerhalb weniger Tage ihren Pass inklusive Visum ohne Einladung wieder im Briefkasten hatten). Hatt ich leider nich dabei. ;-)
Nee, morgen geh ich auf ne TravelAgency, pfui, und lass mir eine schreiben. Auch die Überlandsfahrerei scheint schwieriger als erwartet und vor allem erhofft… und so werde ich auch dort zu tief in die leeren Taschen greifen müssen und das Budget mit einem Flug gen Duschanbe derbe beanspruchen müssen. Aber egal, letztlich warten dann meine Seelenmenschen im nördlichen Chudschand und das ist jede müde Mark wert.
Freitag geht es endlich wieder hoch in die Berge. Bin froh, dass das Wetter die letzten Tage so gut war, weil sich jetzt die Schneesituation sicher enorm beruhigt hat. (Es hatte letzte Woche ein paar Mal derbe runtergeschüttet..oben geschneit…Lawinen und so weiter). Ziel der Tour wird der große Almatyner Berg werden, er thront mit seiner Pyramide weit über der Stadt..das wird sicher ein sehr besonderes Erlebnis.
Gestern gab´s endlich mal Fußball. Evi und ich haben uns mal unter die Menschen gemischt und das leider sehr enttäuschende Deutschland gegen Ecuador Spiel gesehen. Naja, war trotzdem schön, besonders der Plausch bis tief in die Nacht hinein in der kleinen, Skopinschen Küche.
So, Schluss für heute, wir wollen nicht mehr…ich schon, aber jetzt geht´s heeme.

Gibt´s news von daheim?

Tascha.
21.6.06 15:58


mein erster "richtiger" Kommentar

Mittwochabend. Grade ist ein grausiges Gewitter über die Stadt gezogen, jetzt ist der Himmel zwar noch grau, aber die Luft wird klarer. Mir geht es besser, zwar reichen mir Zwieback, Tee, Reis- und Buchweizenbrei mittlerweile ganz sicher aus, aber die üble Magenverstimmung ist fast behoben. Ich freue mich auf Salat und Obst und das hoffentlich bald. Auch meiner Seele geht es besser, ich habe viel gearbeitet, aber auch Lob dafür geerntet. Hatte ja noch in Leipzig einen Russlanddeutschen Opi getroffen, jetzt endlich hab es geschafft die damalig aufgenommen Kassette mal anzuhören und einen Text draus zu basteln. Unser alter Lektor, Eugen Hildebrandt, kennt ihn aus ganz alten Zeiten und kam grade mit einem großen Lächeln ins Büro und sagte nur „sehr schön, sehr, sehr schön“, klopfte mir leicht auf die Schulter und das war´s.  Falls ihr „hungrig“ geworden seid, ab Freitag oder Samstag ist er auf der DAZ-homepage zu finden.
Ansonsten hab ich versucht mal wieder etwas kreativer zu sein und habe einen Kommentar geschrieben. Die internationale community hat sich mal wieder zusammengefunden..und das sind meine Gedanken dazu:

Die Welt zu Gast bei Freunden im Hyatt Hotel?

Von Natascha Heinrich

Fußball. Fußball, Fußball überall. In Deutschland jedenfalls. Dort sammeln sich Massen aus der ganzen Welt und zelebrieren feierlich das Motto der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft: „Die Welt zu Gast bei Freunden.” Sport verbindet nicht nur die Nationen dieser Welt, sondern auch Jung und Alt, Arm und Reich. In den deutschen Turnierstädten tummeln sich die Sportbegeisterten vor Grossbildschirmen und begehen das Ereignis in friedlicher Eintracht. Dazu trinkt der Fußballfan in Deutschland den landestypischen Gerstensaft. In Almaty wurde dieser zum Auftakt der Fußball-WM am 9. Juni über Stunden zum Nulltarif ausgeschenkt und rief damit die „Expats”, so nennt sich die internationale Community, in die Hallen des Hyatt Regency Hotels. Lufthansa und der Wirtschaftsklub sponserten, die Deutsche Botschaft hatte eingeladen und unterstützte das Fest.
Als der skeptische Homo Sapiens die edle Lobby dieses noblen Etablissements betritt, ist diese schon lang vor dem Anpfiff gut gefüllt. Zigarren werden von Krawattenträgern ausgeführt und gut gekleidete Frauen werfen sich Küsschen zu. Schnell wird deutlich – man kennt sich. Das Bier fließt in Strömen, Hotelangestellte schleppen immer wieder volle Krüge an, auf manchen Tischen ist kaum noch Platz, denn auch nur halbleere Gläser stehen zu Dutzenden darauf. Ein paar Minuten nicht angerührt, greift ein Herr in schwarzem Anzug lieber zu einem frisch Gezapften, als zu einem, das sicher schon schal ist nach so langer Zeit.
Es ist nichts Verwerfliches daran, sich zum Fußballgucken zu treffen, ganz im Gegenteil. Je mehr Nationen vereint sind, umso besser, schließlich sind es ja die Weltmeisterschaften. Aber sollte man nicht in Kasachstan vielleicht auch an alle Kasachen denken und vielleicht nicht nur an die, die es sich leisten können, allein schon aus kleidungstechnischen Gründen im Hyatt Regency aufzulaufen?
Die Aufgabe der deutschen Auslandsvertretung ist doch die, Deutschland, die Sprache, die Kultur und ganz sicher auch die Menschen aus Deutschland zu repräsentieren. Ist das in einem Oberklassehotel wie dem Hyatt möglich? Zweifelhaft. Die WM bietet eine große Chance, insbesondere für die Deutschen, sich zu zeigen, ein gutes Bild zu hinterlassen. Eines, das frisch gemalt ist, von jedem selbst, individuell so wie es jeder Mensch ist, ohne die platten Klischees. Wäre es nicht eine wunderbare Sache gewesen, auf dem Platz der Republik eine Großleinwand aufzuziehen und gemeinsam Fußball zu schauen? Kasachen und Deutsche liegen sich in den Armen und trinken Bier, wenn die Deutschen Weltmeister werden. Und werden sie´s nicht, feiern sie eben mit den Engländern oder den Südamerikanern. Im Grunde ist es absolut egal, wer gewinnt. Wichtig ist nur das Motto, dass die Fußball-WM in Deutschland immer wieder kund tut: „Die Welt zu Gast bei Freunden“.

Gedanken dazu sehr herzlich erwünscht!

Bis bald..saugt ein bisschen Fußi-feeling für mich mit auf, ja?!

Küsse!!!

Eure Taschka.

..bissl später:

Sonderbar.
Ich les grad die ZEIT im Internet, das mach ich immer mal, wenn ich kurz durchatmen kann. Jetzt fällt mir ne Situation ein, die genau das widerspiegelt, was ich grad fühl. Zwölf Tage Norwegen. Wir, in diesem Falle stimmt es einfach – eine wirklich besondere Truppe, zog über die Weiten des Jotunheimen Nationalparks. Im Winter, mit Ski und Pulken, Wasser holen aus Eislöchern im See und Kochen auf Holzöfen. Waren also in der Pampa, "ganz so, wie ich es jetzt bin". Als wir danach an der schwedischen Küste nach Hause fuhren und wir uns fragten, worauf wir uns am meisten freuten sagte mein guter Freund Christoph M. „Nen Cappucino und die ZEIT“. Oh ja, nen Cappucino. Oder Milchkaffee, von nem Latte Macchiato möchte ich gar nicht träumen. Milchschaum..hmmm…
Ich hätt gern die kleine Flamme meines Ofens daheim im Blickfeld und die Gewissheit, dass Klaudi im Zimmer nebenan ist.
Aber mir geht es gut mit diesen Gedanken. Das Heimweh ist weg, hat sich gewandelt, ist gewandert. Traurig bin ich nicht mehr, dafür ist das Leben zu schade und hier nicht der rechte Platz.
friedlich schlender ich jetzt nach hause.

t.
14.6.06 13:56


sonntagliche mediomelancholie

Sonne scheint durch die Blaetter der Birke, auf die ich gerade schaue. Ein leichter Wind laesst den Stamm ruhig hin und herwiegen, das gruene Gewand tanzt seicht. Ich bewege mich im selben ruhigen Takt des Stammes, gerade nicht wissend ob mediomelancholisch oder einfach nur sonntagsstill. Wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Wieder ist es die Garden State Musik, die mich durch den Vormittag traegt. Ich wollte laengst in die Berge aufgebrochen sein, doch mein Koerper ist muede vom wenigen Schlaf der letzten Tage, ich fuehl mich bisschen krank und so hab ich mich entschieden jetzt noch bisschen zu ruhen, zu lesen, vielleicht sogar noch etwas zu schlafen und die Kuehle des Abends fuer den Aufstieg zu nutzen. Muss ja Morgen auch wieder in aller Fruehe raus, um rechtzeitig auf Arbeit zu sein.
Gestern habe ich meinen Artikel ueber einen 81 Jaehrigen Russlanddeutschen fertig geschrieben, den ich mal in Leipzig besucht habe. Ich musst nach knapp 11000 Zeichen abbrechen, das ist schon mehr als eine ganze Seite der Zeitung. Sein Leben ist einfach zu unglaublich..
Und gerade schreibe ich an einem mehr oder minder haesslichem Kommentar ueber ein weiters Zusammentreffen der internationalen community am vergangen Freitag. Sie haben’s sich mal wieder gemuetlich gemacht, im Hyatt Regency. War widerlich. Naja, zu arbeiten hoer ich jetzt auf, is ja Sonntag und e-i-g-e-n-t-l-i-c-h will ich ja noch hoch ins Camp..
So, das war’s auch schon... jetzt ist Guenther Grass’ Blechtrommel das Projekt fuer die naechsten zwei Stunden.

...

achja. ich glaub, ich brauch euch grade. wenn ich ganz ehrlich bin, haeng ich grade bisschen durch. ganz gleich, was ihr schreibt.. aber ich will mich nich so allein fuehlen.

ja?!
11.6.06 08:32


heule gerade

ich vermiss euch so. ein so verdammter heimweh anfall. meine ma hat geheiratet, ihre zwillingsschwester und meine kleine cousine aus st. petersburg sind zu hause und ich seh weder sie noch war ich bei der hochzeit dabei. grad tut das einfach nur weh. nicht da zu sein. weder in othal, noch in leipzig oder im süden am see. warum, warum, warum hämmert es mir durch den kopf. warum immer dieser kraftakt? ich weiß, dass das vergehen wird und ich dieses land, die region mag und sie nicht verfluche. das tu ich auch nicht. nur das weg sein, gerade. und diese elenden schwankungen, immer an der grenze.. mal oben und dann wieder ganz schnell unten. uff. ich heule einfach weiter und versuch ne prise selbstironie aufzutreiben ...
wird schon. ich halt schon durch.
bin eben auch nur ein mensch.
10.6.06 09:59


heimkommen

uff. ich stinke. der süß-saure teva-geruch (für meine mama, die schon nach diesen wenigen worten die nase gerümpft hat! ;-) tevas, das sind meine sandalen!)..jedenfalls umgibt er mich seicht und ich freue mich auf eine dusche. bald, so hoffe ich.
wir sind wieder da. die mini-sprenkelanlage vor dem deutschen haus, das hektische tippen cornelias hinter mir und das qitschen der stühle "sagen" es mir. willkommen zurück.
es sind erst ein paar minuten und schon scheint kirgisien weit weg. so ist es ja immer...und denk ich drüber nach, wie ich am besten anfang, streich ich mir die haare nervös aus dem gesicht und weiß einfach nicht wie..
bishkek war wirklich schön. um einiges entspannter und vor allem entspannender als almaty. doch wir hatten beide genug von städten und entschieden deshalb einstimmig schon am samstag zum see zu fahren. das dauerte fast sieben stunden...aber "so ist das ja immer"! ;-)
obwohl wir uns wieder in einer überfüllten rumpelkiste durch die landen schippern ließen, tat das einfach nur gut. die landschaft - die steppe schaut aus, als hätten jemand den horizont mit der hand gemalt. einfach so - die hand ein bisschen auf und abgleiten lassen und mit einem leichten grün drübergestrichen. sonderbar wie zart sie wirkt. dahinter erheben sie auf beiden seiten des issyk-kuls die berge. im norden etwas weiter weg vom see, der tien shan, im süden, in einem tagesmarsch vom ufer erreichbar - der pamir. ihr könnt euch vorstellen wie mein herz lachte...
auf der hälfte des südufers ließen wir uns absetzen. alles was wir dort sahen, war die kleine, verfallene bushaltestelle und den see. doch wir wussten, dass unweit ein dorf ist, wo wir unterkunft finden, so sattelten wir die rucksäcke auf und stiefelten los.
eine halbe stunde später bezogen wir ein kleines, einfaches zimmer in dem einziges "guesthouse" im ort. in tamga blieben wir zwei nächte..wir wanderten ein wenig zu einem abgelegenen friedhof, lümmelten stunden am ufer des sees (na klar war ich schwimmen!) und genossen die überwältigende natur...mit schlafen, lesen, viel stille, aber auch viel "geschwatze".. das kulinarische highlight fanden wir am letzten abend. bei einem der rundgänge durch "die city" entdeckten wir ein kleines schild, dass mit einer draufgemalten tasse und pelmeni auf ein "restaurant" hinwies. doch wir sahen nichts - außer einer grünen tür. wir klopften, keiner da, die tür war offen und schüchtern gingen wir rein. eine junge, dynamische frau bereitet grade pelmeni vor und verwies uns freundlich auf bisschen später.
das bisschen später saßen wir an einem von drei kleinen tischchen, die sie in ihren "garten" unter ein vordach gestellt hatte. es gab selbstgemachte pelmeni und frisch gebackenes brot. eva und ich strahlten..nicht nur, weil´s lecker war, sondern besonders schön.
tamga verließen wir, wie wir gekommen sind..in einer rumpelten marschrutka.
gen karakol...etwas im landesinneren gelegen...östlich des sees...
8.6.06 14:54


heiße quellen

obwohl es nur gut zwei stunden fahrt nach karakol waren, strengte sie uns beide enorm an. wir hatten seit dem abendbrot nichts gegessen, mittlerweile war es nachmittag und wir hatten wirklich hunger. karakol war sonderbar. wir sind uns nach wie vor nicht einig...der kühle wind, wirkt auch wie sehr oft hier, als wäre das meer in greifbarer nähe, die staubigen straßen, eine besondere trostlosigkeit erinnerte uns beide jedoch an eine wüstenstadt.
..
dumm wie wir waren, sprangen wir aus dem bus und fielen in das erst beste café. das essen war schlecht und der salat bestand aus mehr mayonaise als grünzeug. pfui..
..
mit ziegelsteinen im magen fanden wir recht schnell unsere herberge. ein wirklich schönes hostel, mit einem alten hausherren, an dem die jahre und die sicher zu vielen zigaretten spuren hinterlassen haben. valentin begrüßte uns freundlich und wechselte sofort aus einem sehr guten englisch ins russische, als er bemerkte dass wir "fähig" sind.
wir wollten gern in ein tal laufen, doch gute 15km waren für diesen tag nicht mehr möglich, also schlenderten wir durch karakol und erfreuten uns eigentlich nur an der alten, hölzernen, russisch-othodoxen kirche. wie an jeder saß auch dort ein altes omchen und bettelte um geld. eva winkte ab (wie immer..leider), ich gab ihr etwas nachdem sie mir versicherte, dass sie nicht trinke und ich auch nichts dergleichen roch. sie freute sich so sehr, dass ich beinahe eine halbe stunde mit ihr plauderte und sie mir ihr leben erzählte.. :-)
der nächste morgen war irgendwie etwas verpeilt und auch der bus, den wir brauchten wollte nicht so richtig fahren, so war es schon halb zwölf als wir endlich außerhalb der stadt abgesetzt wurden und los liefen.
sicher war das mein highlight der woche. gut vier stunden lang (alle sagten wir brauchen 6! gelobt sei das sportstudium!;-))
wanderten wir an einem fluss entlang. ein richtiger, lebhafter bergfluss, eisekalt und glasklar. hier und da entdeckten wir schafe oder kühe, jedoch nur ein, zwei hütten..
nach gut 1200hm, die kaum zu spüren waren, überquerten wir de letzten hügel und vor uns erstreckte sich ein großes, wunderschönes plateu. eine handvoll häuschen breiten sich verstreut darin aus, der fluss schlängelt sich seicht seinen weg, es grünt und die berge bis auf über 5000m erheben sich königlich an dessen ende.
20 minuten später kam uns tamara schon lachend entgegen. sie öffnete das kleine holztor ihres gartens und hieß uns willkommen. kalt war es mittlerweile. der tag war perfekt zum wandern - ein paar wolken und stets ein kühler wind - doch dort auf 3000m kroch die kälte in unsere glieder und wir wollten nur noch in die heißen quellen.
eine wohltat sondersgleichen. ... sie haben eine holzhütte darum gebaut, drei kleine becken, die jeweils seperat genutzt werden...einfach, ordentlich und sauber. wunderbar!
wir blieben, bis wir schrumpelten, kuschelten uns dann mit mütze und dick eingepackt in unsere schlafis und genossen brot und tomaten.
die nacht war eigenartig. ich fand fast keinen schlaf, doch statt zu frusten, las ich oder ging hinaus und schaute nach den sternen.
früh wachten wir auf, tranken ein bisschen tee, packten und traten den rückweg an. in karakol waren wir kaputt und müde und trotzdem mussten wir gleich weiter. das visum lief aus und so hieß es sofort einen bus zu ergattern, der uns noch bis bishkek mitnahm.
wir warteten keine drei minuten, schon war alles verstaut und viel schneller als erwartet waren wir schon wieder zurück in unsere bishkeker wohnung.
auch die rückfahrt heute barg einige überraschungen in sich..eine verrückte, immer plappernde, wodka trinkende und bananen verteilende, doch irgendwie sehr liebenswürdige russin und das "so isses doch immer" - marschrutka-liegenbleiben irgendwo in der pampa. der geplatze reifen wurde einfach durch einen ebenso schlechten ausgetauscht und die geschwindigkeit um die hälfte reduziert..
almaty schluckte uns. der smog, auffälliger denn je, der nicht endende verkehr, hupen, hektik...

ich geh jetzt zu "meinen skopins", der aggey - family, sicher haben sie gekocht. heut morgen hatte ich von bishkek aus angerufen, dass ich komme. die freude war groß.

gut, irgendwie nach haus zu kommen..

und gut zu wissen, dass es bald wieder los geht.

das reisen hier wird umkomplizierter sein, als vermutet. die menschen sind menschen..sie helfen oder nicht..doch ich vertrau ihnen und freu mich drauf die wenigen tage gen tadschikistan allein anzutreten, irgendwann im juli...

so denn meine lieben,

ich werd jetzt gehen. befreit und zufrieden, doch ein paar worte gefunden zu haben.

danke für die oft hinterlassenen "notizen"... immer wieder ist es kraft und vor allem mut, den ihr mir macht.. zu wissen, dass ihr auf mich aufpasst.
8.6.06 15:25


viva kirgisia

strahlende gruesse aus dem entspannten bishkek!
die stadt ist um einiges relaxter als almaty und wir geniessen die minuten unter springbrunnen und den kurzen kulturellen ausflug ins wirklich beeindruckende leninmuseum. morgen geht's zum issyk-kul, an die wildere suedkueste, dann in den naechsten tagen ringsherum.... das wegsein tut gut, wir verstehen uns gut und ich geniess das mir gut bekannte reise-feeling aus suedamerikanischen zeiten.
bis naechste woche! wollte nur durchgeben, dass alles gut ist.

kuesse!

mir zwee.
2.6.06 14:06


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